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Alter Vorfall wird als aktuell verbreitet: Angriff mit Axt auf Autofahrer in München geschah 2020
Die Webseite Anonymousnews behauptet, ein Iraker habe im Februar 2025 in München einen Autofahrer mit einer Axt angegriffen und schwer verletzt. Den Vorfall gab es vor knapp fünf Jahren.
von Paulina Thom
Ein Iraker habe „am vergangenen Sonntag“ in München einen Autofahrer mit einer Axt angegriffen und schwer verletzt.
09.02.2025
Falsch
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Falsch. Anders als im Artikel von Anonymousnews behauptet, geschah der Angriff in München nicht im Februar 2025, sondern im März 2020.
Die Webseite Anonymousnews.org behauptet in einem Artikel vom 9. Februar „am vergangenen Sonntag“ habe ein „vorbestrafter Iraker“ in München einen Autofahrer mit einer Axt angegriffen und schwer verletzt. Ein entsprechender X-Beitrag der Webseite erreichte mit der angeblich aktuellen Meldung mehr als hunderttausend Aufrufe. Links zum Artikel und Screenshots davon verbreiteten sich mehrfach auf X und Facebook.
Doch der Vorfall ist nicht aktuell, sondern ereignete sich vor knapp fünf Jahren. Die Webseite Anonymousnews verbreitet pro-russische Narrative in Deutschland und regelmäßig Falschnachrichten. Sie verfügt über kein Impressum und war für eine Anfrage nicht zu erreichen.

Angriff mit Axt auf Autofahrer in München geschah im März 2020
Dass der Vorfall nicht aktuell ist, zeigt eine Stichwortsuche bei Google. Sie führt zu einem Medienbericht der Abendzeitung München. Demnach griff ein Iraker am 8. März 2020 einen Autofahrer nach einem Streit mit einer Axt an und verletzte ihn schwer im Gesicht. Die Polizei nahm den Verdächtigen, der wegen gefährlicher Körperverletzung vorbestraft war, zwei Tage später fest. Auch die Polizei München berichtete damals auf Facebook über den Angriff. Der Tathergang deckt sich mit dem bei Anonymousnews beschriebenen Angriff. Glaubwürdige Berichte über eine solche Tat in diesem Jahr gibt es dagegen nicht.
Am 12. März 2020 berichtete die Abendzeitung München, dass der Verdächtige offenbar psychische Probleme gehabt habe. Die Staatsanwaltschaft habe die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik angeordnet.
Redigatur: Steffen Kutzner, Sophie Timmermann
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Author: Paulina Thom